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(v.li.n.r.) Harald Walter, Kristine de la Camp, Frederic Ruth und Rainer Eis

 

Dass der Neubau von Seniorenwohnungen und die Neuerrichtung von Reihenhäusern für junge Familien in Uttenreuth und Weiher gelingen kann – trotz der hohen Immobilienpreise – zeigte Frederic Ruth am 10.10.2013 im voll besetzten Rathaussaal in Uttenreuth auf. Die bisher gängigen Lösungsansätze sind Baulandausweisung, Nachverdichtung, Einheimischenmodelle und Familienmodelle. Aber kann eine Gemeinde für ihre Senioren und ihre jungen Familien noch mehr tun?

Frederic Ruth, der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von Unabhängigen, SPD und GAL, beleuchtete einen dritten, sehr attraktiven Weg: die Errichtung von barrierefreien Wohnungen für Senioren und der Bau von Familienreihenhäusern in Zusammenarbeit mit einer Genossenschaft. Die großen Vorteile stellte er gemeinsam mit den eingeladenen Experten überzeugend und anschaulich dar.

Kristine de la Camp, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Uttenreuth, wies auf Basis der 2008 durchgeführten Befragung unter der Uttenreuther und Weiherer Bevölkerung nach, dass solche Wohnungen dringend gebraucht werden, zumal der Anteil der älteren Mitbürger immer größer wird. Aktuell sind in Uttenreuth und Weiher bereits rund 1.400 Bürger über 65 Jahre.

Rainer Eis, Architekt aus Erlangen, betonte aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, „bei guter Planung kostet barrierefreies Bauen auch nicht mehr als konventionelles“.

Warum die Projekte „funktionieren“, erklärte Harald Walter, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft des Verkehrspersonals. Die Genossenschaft baut in eigener Regie, ohne Gewinne machen zu müssen. Nicht unbeteiligte Investoren stehen im Vordergrund, sondern die Mitglieder und Mieter der Genossenschaft. Dennoch erzielte Reingewinne werden vollends in die Baugenossenschaft reinvestiert. Sie erhält zudem kommunale Zuschüsse.

Die entscheidenden Vorteile sieht Frederic Ruth im Belegungsrecht, der Mietgarantie und dem lebenslangen Nutzungsrecht: „Die Gemeinde bestimmt, wer einzieht, und zwar über die gesamte Nutzungsdauer der Gebäude hinweg. So kann sichergestellt werden, dass die Seniorenwohnungen und die Familienhäuser tatsächlich den einheimischen Bürgern zu Gute kommen.“ Trotz der äußerst attraktiven Mieten von 6,50 € bis 7,50 € pro Quadratmeter wird die Miete für 10 bis 20 Jahre festgeschrieben. Auch Kündigungen sind kein Thema, denn ein lebenslanges Wohnrecht wird garantiert. Und die Seniorenwohnungen sind bereits so vorbereitet, dass selbst bei Pflegestufe 3 ein Umzug nicht nötig ist. Gemeinschaftsräume für Familienfeiern oder regelmäßige Treffen sind mit eingeplant.

Herr Walter sieht dieses Erfolgsmodell als „Dienstleistung am Bürger“ – eine Einschätzung, die der Bürgermeisterkandidat teilt. Viele Nachfragen aus den Reihen der Zuhörer zeigten, dass das Thema aktuell interessierte. Es ist auch bayernweit im Trend, mit seiner Veranstaltung vom 10.10.2013 geht Frederic Ruth den gleichen Weg wie auch Sozialministerin Christine Haderthauer, die in der Zusammenarbeit mit Genossenschaften ebenfalls eine Möglichkeit sieht, um die Wohnsituation für Senioren zu verbessern.

Mit dieser Veranstaltung präsentierte Frederic Ruth einen Lösungsansatz für kostengünstiges und barrierefreies Wohnen in Uttenreuth und Weiher. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe von Informationsabenden, bei denen Frederic Ruth wichtige Betätigungsfelder der gemeindlichen Arbeit aufzeigt. Die Reihe wurde am 24.10. mit einem Themenabend „Eure Ideen im Fokus – Der Jugendgemeinderat“ fortgesetzt. Für den 14.12. ist eine Informationsfahrt zu einem Mehrgenerationenhaus geplant.